In den 1970er Jahren trafen sich die Jäger aus meinem Heimatdorf sonntags nach dem Kirchgang im Gasthof, tranken gemeinsam ein paar Gläser Bier und tauschten Jagdgeschichten aus.
Damals gesellte sich ungefragt ein den meisten von uns bis dahin unbekannter Jäger, ein rotgesichtiger, dicker, vielen von uns unsympathischer Mann zu der Stammtischrunde.
Er ergriff das Wort, indem er meinen Freund Ortwin, Obmann unserer Jagdhornbläsergruppe unterbrach und unaufgefordert begann von seinen Jagderlebnissen
zu erzählen: „Es war glühend heiß, die Sonne stand senkrecht über mir, und mich quälte höllischer Durst“, begann er. „Ich hatte die Fährte des kapitalen Büffels schon über vier Stunden durch dichten Busch, hohes Gras und tiefen Sumpf verfolgt, dann sah ich die Kuhreiher auffliegen und wusste, dass ich von meinem Ziel nicht mehr weit entfernt sein konnte. Vorsichtig schlich ich weiter, die schwere Doppelbüchse entsichert in den
Händen, jederzeit bereit für einen schnellen Schuss, darauf gefasst, dass mich der Büffel annimmt. Plötzlich teilt sich vor mir das mannshohe Gras, ein furchterregender
Anblick, ich sehe nur noch einen hässlichen Schädel mit rot unterlaufenen Augen...“
„Er auch“, platzt da mein Freund Ortwin los.



